Mercy - Verhütung der besonderen Art

Mercys "Getröpfel" hielt nur wenige Tage an, am 18.3. war schon alles diesbezüglich vorbei. Aber dafür ging es dann bei unserem kleinen Charly los:
Wie ferngesteuert lief er ihr hinterher, leckte ihre Schnalle (ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass man das weibl. Geschlechtsteil bei Hunden so nennt), ignorierte Rafael und mich, selbst Leckerlis waren längst nicht mehr interessant. Ans Fressen dachte er vor lauter Vermehrungstrieb auch nicht mehr. Bei Facebook hatte ich das Thema schon kurz angeschnitten und so kam es u.a. zu folgendem Dialog:
"[...] J.B.: Kurze Beine sind da kein Hindernis ;-) Bei meiner Mum hat ein Dackel die Rottweilerhündin gedeckt.
Ich: und das was dann bei rauskam...wie sahen die Welpen denn aus? Waren die überhaupt lebensfähig?
J.B.: Alle waren lebensfähig. 2 sahen aus wie Dackel, einer wie ein Rottweiler und 2.... naja, die sahen echt komisch aus. Großer Kopf, wie ein Rottweiler, kräftiger langer Körper und kurze aber sehr dicke und kräftige Beine. Wir haben sie immer Dackweiler genannt :-)"
Da bekam ich dann schon irgendwo Panik, Charlys Deckversuche bezogen sich zu dem Zeitpunkt zwar eher auf Mercy Beine und ihren Kopf, aber ich dachte, am Ende ist es nur eine Frage der Zeit, bis er vielleicht herausfindet, in welche ihrer Öffnungen "sein" kleiner Freund eigentlich gehört.
Also schnappte ich mir ein altes T-Shirt und funktionierte es zum "Verhütungsoverall" um:




Da er aber dann doch manchmal mit den Vorderpfötchen vorne stecken blieb, musste ich mir was neues einfallen lassen. Ich schnappte mir also vorhandene Stoffreste und die Nähmaschine und so entstand das "Verhütungsröcklein" in Jeans!


Die Träger hab ich am Halsband fest gemacht, so kann er es auch nicht abstreifen.

Mercy war aber ziemlich schnell nicht mehr an Charly interessiert. Ewig vor ihm herzulaufen war sie dann irgendwann leid und sank müde auf ihre Decke. Charly hingegen schien wie ein Duracell-Häschen überhaupt keine Müdigkeit mehr zu kennen. Vom 18.-26.3. machte er jedem Karnickel Konkurrenz - dabei ist er schon fast 7!  Tag und Nacht war er nicht von ihr zu trennen. Sperrte man ihn oder sie mal in einen anderen Raum, fing er an zu bellen, zu winseln, an der Tür zu kratzen, sich gegen die Tür zu werfen und gab keine Ruhe, bis er wieder bei ihr war.
Die beiden erinnerten mich an manche Sketche aus dem TV, wo sich der Mann einen sprichwörtlich "abrammelt" und die Frau gähnend drunter liegt und sich denkt: "Hoffentlich ist er bald fertig."
Auch die sich anbahnende und natürlich aufkommende Erschöpfungsmüdigkeit konnte ihn nur schwer von seinem Ziel abbringen. Wir wissen uns echt keinen Rat mehr. 
Im Internet las ich in verschiedenen Foren, dass Solche Hündinnen alle 6-8 Monate läufig werden. Na toll, da erwartet uns ja was. Wir sprachen schon mit der Tierklinik: eine Kastration von Mercy kostet 300€ und die von Charly knapp 200€. Geld, was wir beim besten Willen nicht übrig haben. Anders als in Deutschland werden solche OPs leider nicht subventioniert. Aber wenn wir uns deswegen auf den Weg nach Deutschland machen würden, würden wir bei den Sprit-und Mautpreisen auch nicht wirklich was gut machen. Es ist schon eine verzwickte Situation.
Mercy hat jetzt wieder so eine "ich zerbeisse was"-Phase. Das blöde: die belässt es nicht bei ihrem Spielzeug, sie geht an Charly....heute war sein Halsband dran. Als ich vom Arzt nach Hause kam, sah ich es auf Mercys Decke, noch schön eingespeichelt.
Da sie dann noch an seine "Kleidung" wollte, hab ich ihr einen Maulkorb angelegt. Ich weiss sonst echt nicht mehr, wie ich der Sache Herr werde. 
Ich werde mich weiter für eine erfolgreiche Vermittlung von Mercy einsetzen, aber ihr könnt euch vorstellen, wie schwer das ist.
Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten, wenn es Neuigkeiten gibt.

Abschliessend noch ein paar Bilder von unserem Spaziergang neulich am Mar Menor



Kommentare:

  1. Also, damit Mercy nicht schwanger wird könntet ihr es mit der Pille versuchen. Auch für charly gibt es die möglichkeit einer Chemischen "Kastration" Sowas setzt man oft ein um herraus zufinden ein bestimmtes unbeliebtes Verhalten sich nach einer Kastration ändern würde.

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  2. Also ich muss ja sagen, die Verhütungsjeans sieht echt gut aus! Die arme Mercy, man sieht ihr richtig an, wie sie sich in ihr Schicksal ergeben hat. Wirklich schmunzelig :)

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  3. @ Bianca: unser Tierarzt hat gemeint, dass es nur ganz selten der Fall sei, dass sich ein Hund "unerwünscht" verändern würde nach einer Kastration, das hätte zumindest die jahrelange Erfahrung gezeigt. Er meinte aber auch, dass er gegen die Pille bei Mercy sei, weil man da erstens vorher Blutuntersuchungen wg. des Hormongehaltes machen muss (jeweils um die 16€), und dann Tag genau die Pille verabreichen muss, damit sie auch wirklich wirkt. Ausserdem steigt dann das Krebsrisiko nicht unerheblich bei ihr (Milchleiste, Gebärmutter, etc.)

    @Carolin: in die "Verhütungsjeans" hab ich mittlerweile aus Hygienegründen eine Damenbinde eingeklebt, damit es sauber bleibt, nicht mehr so stinkt (Wauwisekrete können echt penetrant riechen) und trocken bleibt. Not macht halt erfinderisch, und was bei uns Frauen funktioniert, funktioniert hier auch wie ich sehe.

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