Fäden ziehen

Gestern schien noch die Sonne, heute schüttet es wie aus Eimern, dennoch hatte ich gute Laune, denn ich wusste: Heute werden Mercys Fäden gezogen. Einen Termin brauchte ich nicht, ich sollte kommen, wann ich Donnerstag eben Zeit habe. Kurz vor 11 Uhr packte ich mein "Mörsl" (wie ich sie nun meist nenne) in den Kofferraum und fuhr nach San Javier in die Tierklinik. Dort war zum Glück das Wartezimmer leer und wir mussten nicht lange warten. Mercy war schon etwas aufgeregt und schaute sich dauernd um, was denn nun passieren mochte.





Maria bat mich dann ins Behandlungszimmer. Auf den letzten Metern vor dem Gang hinter der Tür (kann man oben im Bild etwas erkennen), mag Mercy meist nicht weiterlaufen. Da braucht es dann schon viel Überredungskunst, dass sie kommt, und wenn nicht, so kann man sie auf dem Parkett doch recht leicht hinterher ziehen.
Es dauerte nur wenige Minuten und der Behandlungsraum war voll: 2 Tierarzthelferinnen, der Assistenzarzt Anselmo, der Chef Alfredo, Mercy und meine Wenigkeit. Alle wollten schauen, wie es der kleinen Patientin so ergangen war, wie die Wunden verheilt sind und wie sie läuft. Man war sehr zufrieden mit ihr. Nur eine kleine Stelle auf der Narbe braucht noch ein paar Tage um vollständig abzuheilen.
Die Fäden konnten gezogen werden

Mercy blieb die Ruhe selbst

Kein Zucken, kein Winseln,...

Maria sagte, sie wünschte, all ihre tierischen Patienten würden während der Behandlung so brav sein wie Mercy.

Anselmo checkt nochmal die Beweglichkeit


Der Klinikchef Alfredo wirft nochmal einen fachmännischen Blick auf Mercys Bein.

Zum Schluss wurde noch alles gereinigt

und desinfiziert


Maria nahm Mercy dann die Halskrause ab, in der Hoffnung, dass es ab jetzt auch ohne gehen könnte. Aber Mercy war kaum zu bremsen, leckte was das Zeug hielt und so blieb uns letztlich nichts anderes übrig als das Teil wieder anzulegen. Aber sobald die letzten kleinen Wunden verheilt sind, kommt es ja ab. Zum Glück.
Beim Abschlussgespräch mit Anselmo wurde mir noch mal nahegelegt, Mercy möglichst bald zu sterilisieren, schliesslich haben wir ja noch einen Rüden zu Hause. Der bräuchte zwar eine Leiter um Mercy zu beglücken, aber man weiss ja nie.
So eine OP wäre um die 300€...eine Menge Geld. Ich fragte, ob es denn nicht wie bei Katzen die Pille gäbe. Da wurde mir gesagt, dass das bei Hunden eine Spritze ist, die aber leider einige Nebenwirkungen hat, z.B. sei das Tumorrisiko von Zitzen und Uterus um einiges höher, wenn man sich für diese Verhütungsmethode entscheiden würde. Aussderm müsse man dann ganz genau wissen, wann die Hündin ihre Periode habe. Anselmo sagte mir dann, dass es sogar einige Hündinnen gibt, die nicht einmal sichtbar ihre Blutungen haben, aber dennoch läufig sind. 
Tja, das sind alles Informationen, die ich als Hundemama eines Rüden noch nicht kannte.
Als Abschiedsgeschenk gab es Premiumfutter speziell für starke Knochen und einen neuen Termin für den 3.2.2012, dann findet das Kontrollröntgen statt.
Die Behandlung heute ging auf Kosten des Hauses. Vielen lieben Dank nochmal dafür an dieser Stelle beim gesamten Klinikpersonal! (Ich weiss, der Chef spricht nämlich Deutsch und schaut immer mal wieder hier vorbei)

Zu Hause angekommen, machte es sich Mercy erstmal wieder auf dem Sofa bequem

und so schaut die Narbe nun nach dem Fäden ziehen aus.



1 Kommentar:

  1. Auch wenn Männer das nicht gern hören (schöne Grüße an Rafa :) - Einen Rüden zu kastrieren ist deutlich günstiger, geht viel schneller und ist weniger risikobehaftet, als einen Hündin zu sterilisieren/kastrieren.

    Falls ihr euch dennoch doch dazu entscheidet, Mercy nocheinmal operieren zu lassen, dann schaut mal, ob eine Kastration in Frage kommt. Im Gegensatz zur Sterilisation, wo nur der Eileiter "abgebunden" wird, werden bei der Kastration die Eierstöcke komplett entfernt. Das hat den Vorteil, dass die Hormonproduktion eingestellt wird und Mercy gar nicht mehr läufig wird. Scheinschwangerschaften werden so vermieden und das Risiko an Brustkrebs zu erkranken sinkt für Mercy. Außerdem habt ihr dann auch nicht die ganzen wilden Nachbarsrüden im Garten, wenn Mercy läufig wird :)

    VG,
    Caro

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