Es gibt immer zwei Seiten

Es hat ja seine Vorteile auf dem Land zu leben, die Natur vor der Nase zu haben, die Esel und Schafe in der Nachbarschaft fast täglich zu hören, die Ruhe zu geniessen und den beiden Hunden, Charly und Mercy, nicht das stressige Stadtleben zumuten zu müssen. ABER, wie alles im Leben gibt es auch hier eine andere Seite der Medaille.
Mercy hat ja bekanntlich nun keinen Leinenzwang mehr und ich war froh, sie endlich mal austoben lassen zu können. Allerdings gibt es, wie ihr euch schon denken könnt, hier nicht nur Esel, Schafe, Ziegen, Katzen, Vögel und Hunde, sondern auch unendlich viele Mäuse, Ratten und Hasen, die auf den Feldern zu Hause sind. Dass diese auch gerissen werden, von hungrigen Hunden und Katzen bleibt da nicht aus. Mercy hat, und das ist nicht verwunderlich, einen ausserordentlich guten Geruchssinn und findet jeden, aber auch wirklich jeden Kadaver. Auch Überreste, wo schon Gras drauf wächst, stöbert sie auf und verschlingt sie gierig, so als ob sie bei uns nie was zu fressen bekäme. Wie ich ihr das austreiben soll, weiss ich noch nicht. Sie hört dann einfach nicht mehr, bringt ihre "Beute" 100m weiter in Sicherheit und verschlingt sie. Laufe ich ihr hinterher, denkt sie ich spiele mit ihr, gehe ich von ihr weg, denkt sie wohl, dass es dann nicht schlimm ist, dass sie es frisst. Ich schau schon immer drauf, dass sie nie hungrig Gassi geht, aber für einen alten Kadaver ist in ihrem Magen wohl immer noch ein Platz frei. Vor wenigen Tagen waren es die Gedärme eines "ich-weiss-nicht-was" (- aber als sie es wieder zu Hause erbrach hätte ich gleich nen Preis im Synchronwürgen bekommen können) und vorgestern ein Hasenkopf mit 2 Ohren. Es dauerte keine 10 Minuten und das Teil war verschlungen. Er muss ihr aber lange im Magen gelegen haben, denn die ganze Nacht stiess es Mercy immer wieder auf, sie würgte, bekam Schluckauf aber es kam nichts. Mittlerweile ist der Kopf wohl den natürlichen Weg gegangen, denn fressen und häufeln tut Mercy seit ihrer Halsgeschichte wieder mehr als genug.
Ich hab mir nun einen Platz in der Nähe ausgesucht, wo derzeit Artischocken und Brokkoli wachsen, da habe ich noch keine Kadaver gesehen und Mercy hat auch noch keine dort gefunden. Da kann ich sie dann halt auf den normalen Feldern hinterm Haus nicht mehr frei laufen lassen, wenn dass dann immer mit Erbrechen und Würgen endet. Denn das ist, so glaube ich, auch für den Hund nicht schön. Naja, wie ich immer sage, es wird für alles eine Lösung geben, wir müssen sie nur finden. In diesem Sinne: euch allen einen schönen 4. Advent!

1 Kommentar:

  1. Och das kenne ich irgendwoher, unserer hatte mal beim Schlachten einen Pansen bekommen aber anstatt diesen gleich frisch zu fressen hat er ihn vergraben. Wochen später hat er ihn ausgegraben und samt Maden etc. genüsslich verschlungen. Zu guter letzt wollte er mir danach ein Küsschen geben^^

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