Wie alles begann

Am 26.10.2011 um die Mittagszeit fand ich während des Gassigehens mit unserem Hund Charly am Feldrand unseres Dorfes San Cayetano (Spanien) einen kleinen, zusammen gekauerten Hund auf einem zerrupfen Karton. Das kleine Wesen war sichtlich abgemagert und mit verletzter Vorderpfote. Als Charly es beschnupperte sah ich, dass es ein weiblicher Welpe war. Die Ohren angelegt, den Schwanz bis zu den Vorderpfoten eingezogen hockte die Kleine da, drückte sich an den hinter ihr befindlichen Maschendrahtzaun und schaute voller Angst nach oben - zu mir.
Wie schon erwähnt lebe ich in Spanien und während all den Jahren, die ich hier schon verbracht habe, stiess ich immer wieder auf verlassene Hunde. Vor allem im Sommer ziehen sie durchs Land, durchwühlen Mülltonnen nach fressbarem, fallen auch mal Leute an, die mit ihren Hunden Gassi gehen, oder man findet sie tot auf der Autobahn oder im Strassengraben.
Schon des öfteren haben wir, wenn so eine arme Seele vor unserer Tür stand, das Hundefutter geholt und frisches Wasser. Dass wir nicht jedem Hund helfen können war uns natürlich klar und man kann sich auch nicht für alles verantwortlich fühlen, was in der Welt geschieht, aber diesmal war es anders. Man kann nicht immer nur den Verstand zu Wort kommen lassen, das Herz spricht oft viel lauter.
Dieses arme Tier dort liegen zu sehen und zu wissen, dass es so nicht mehr lange überleben wird können, liess mich nicht lang zögern und so griff ich zum Telefon um meinen Mann, der eigentlich mit grippalem Infekt das Bett hütete, anzurufen. Ich schilderte ihm kurz die Situation und wenige Minuten später kam er mit dem Auto zum Fundort der kleinen Hündin. Er nahm sie vorsichtig hoch, sie pinkelte vor lauter Angst, und dann fuhr er mit ihr zum nächstgelegenen Tierarzt nach San Javier. Dort wollte man aber das Tier gar nicht erst sehen, man machte Rafael schnell begreiflich, dass Tiere dort nur behandelt werden, wenn das dann auch bezahlt würde. Rafael machte sich im Auto auf seinem Internettablet schnell kundig, wo man denn noch Hilfe herbekommen könnte, doch wen auch immer er anrief, er bekam stets die gleiche Antwort: ohne Geld, keine Hilfe. Der Tierschutz in Spanien ist halt ein völlig anderer, als der in Deutschland.
So fuhr Rafael also wieder nach Hause...natürlich mit der Kleinen.

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